Weggedanken zum Begehen des Bibelpfades

  

Weg-Gedanken für den Bibelpfad

Station 1: Friedhofshalle
Damit wir aufblühen. Aufblühen ist etwas Schönes, Leben schaffendes. Aber: Bevor etwas aufblüht, ist vieles noch nicht. Bevor etwas aufblüht, liegt manches karg danieder.
Ein Bibeltext will uns heute begleiten. Vielleicht erst einmal harte Worte, aber dann, am Tiefpunkt ,kommt der Wendepunkt. Es ist der Abschluss des Hoseabuches. Hosea kritisiert immer wieder, dass das Volk sich von Gott abwendet. Und so wird das Fehlverhalten des Volkes auch am Ende noch einmal benannt. Denn es bringt nichts, das Deckmäntelchen des Schweigens über alles zu legen. Es muss ausgesprochen werden, was falsch lief: Die Menschen haben sich auf fremde Mächte und auf die eigene Stärke verlassen – und nicht auf Gott.
Nun aber fordert Hosea: Kehrt um! Bittet Gott um Vergebung! Und das tut das Volk. Und dann kann etwas aufblühen.
BIBELTEXT:
Kehrt um zum Herrn! Ihr Israeliten, kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Denn durch eure Sünde habt ihr euch selbst ins Unglück gestürzt. Kommt zurück zum HERRN, sprecht mit ihm und sagt: »Vergib uns alle Schuld! Und nimm an, was wir dir bringen. Es ist das Beste, was wir geben können – kein Schlachtopfer, sondern unser Versprechen: Wir verlassen uns nicht mehr auf die Assyrer, wir setzen unser Vertrauen auch nicht auf Pferde und Reiter. Wir werden nie wieder das, was wir mit eigenen Händen gemacht haben, als unseren Gott verehren! Denn nur du hilfst den Menschen, die schutzlos und verwaist sind.« Dann wird der Herr sagen: »Ich will mein Volk von ihrer Untreue heilen! Von Herzen gern begegne ich ihnen wieder mit Liebe und bin nicht länger zornig auf sie. Ich gebe ihnen neues Leben, so wie der Tau die Blumen zum Blühen bringt. Ja, Israel wird blühen wie eine Lilie, und seine Wurzeln werden stark sein wie die Wurzeln der Bäume auf dem Libanon. Mein Volk wird wie ein prächtiger Ölbaum sein, dessen Zweige weit austreiben, wie eine duftende Zeder auf dem Libanon. Die Israeliten werden unter meinem Schutz leben, sie werden wieder Getreide anbauen. Ja, mein Volk wird aufblühen wie die berühmten Weinstöcke an den Hängen des Libanon. Ihr Israeliten, was habe ich mit den Götzen zu schaffen? Ich, der Herr, bin immer bei euch und antworte euch, wenn ihr mit mir redet. Ich bin wie ein prächtiger Wacholderstrauch; nur bei mir findet ihr reiche Frucht!«
(Hosea 14,2-9)
 
2. Station: Vor der Sakristei
Ihr Israeliten, was habe ich mit den Götzen zu schaffen? Ich, der Herr, bin immer bei euch und antworte euch, wenn ihr mit mir redet. Ich bin wie ein prächtiger Wacholderstrauch; nur bei mir findet ihr reiche Frucht!
Was brauchen wir Ersatzgötter? Gott hört auf unsere Bitten. Er hört auf unser Flehen. Er schaut nach uns. Er kümmert sich um uns. Bei ihm finden wir alles, was wir brauchen. Ja, beim ihm finden wir reiche Frucht! Der Wacholderstrauch als Bild für Gott. Ein prächtiger Wacholderstrauch, voller Frucht.
Und dann ein weiters Bild: Die Palmlilie: Ich will für Israel wie ein Tau sein, dass es blühen soll wie eine Lilie.
Nicht nur Gott bringt viel Frucht, auch das Volk, das sich auf Gott verlässt, blüht auf. Die Lilie ist das Symbol für einen geleibten Menschen. Gott liebt sein Volk und sorgt für es, dass es aufblüht.
Ja, und sogar noch mehr: Da ist auch der Olivenbaum: Mein Volk wird wie ein prächtiger Ölbaum sein, dessen Zweige weit austreiben.
Der Olivenbaum ist robust, spendet Schatten, bringt schönes Holz und vor allem viele Früchte. Das Öl ist Heilmittel, Lebensmittel, Kosmetikum, Brennstoff. Im Olivenbaum steckt alles, was wir brauchen. Welch eine Verheißung: Das Volk wird selbst zum Olivenbaum, der austreibt.
GEBET:
Danke, Gott, dass du da bist. Dass du uns hörst, alles Flehen, alles Bitten, allen Dank. Du willst uns Leben schenken, Leben das aufblüht, Leben das Frucht bringt. Gott, lass es blühen in uns. Lass es aufblühen in unserem Leben und schenk uns die Frucht von Liebe und Vertrauen.
 
3. Station: Kirchplatz / am Altar
Am Altar ist der Weinstock. Denn Jesus sagt: Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Mit Jesus können wir viel Frucht bringen. Mit ihm verbunden bekommen wir Kraft, ja wir hängen an ihm, sind an seinem Weinstock, und wachsen an und mit ich.
Dieses Bild finden wir auch schon bei Hosea: Ja, mein Volk wird aufblühen wie die berühmten Weinstöcke an den Hängen des Libanon.
Ein berühmter Weinstock ist das hier nicht. Aber was für eine Verheißung hier am Altar, dem Zentrum eines jeden Gottesdienstes: Aufblühen wie ein Wienstock. Da steckt symbolisch Leben und Kraft darin. Wein ist aber auch schon immer mit Freude und Fest verbunden, mit Lebensfreud und Fülle. All das will Gott uns schenken, wenn wir bei ihm bleiben, uns an ihn wenden.
Denn die Reben erstrecken sich oft meterweit vom Weinstock weg. Doch sie bleiben mit dem Weinstock verbunden, sie bleiben an ihm hängen. Das ist für sie lebenswichtig. Der Weinstock versorgt die Reben mit der Nahrung, mit dem Lebenssaft. Weil er eine kräftige, manchmal mehrere Meter lange Wurzel hat, die ganz tief bis zum Grundwasser reicht und den Weinstock versorgen kann. Und der wiederum gibt den Reben das, was sie brauchen um zu wachsen und zu gedeihen und um Frucht zu tragen. Es ist eine verborgene Kraft.
Deshalb hat Jesus sich vielleicht mit dem Weinstock verglichen: Verborgen, aber stark.
GEBET:
Gott, bleibe in uns und lass uns in dir bleiben, dass wir nach deinen Worten leben. Bleibe in uns und schenke uns Kraft zum Glauben, dass wir im Vertrauen auf dich unseren Weg gehen. Bleibe in uns und erfülle uns mit deiner Liebe, dass wir deine Schöpfung bewahren und Werkzeuge deines Friedens sind. Bleibe in uns und lass uns Frucht bringen: Beistand und Trost für die Einsamen, Kranken und Traurigen.
 
4. Station: Baumgruppe oben
Mein Volk soll sein wie eine duftende Zeder auf dem Libanon.
Bäume verströmen Düfte. Nicht nur frischgeschlagenes Holz riecht intensiv, auch der Wald hat seinen ganz besonderen Duft. Wenn Hosea das Volk mit einer duftender Zeder vergleicht, dann will er damit auch sagen: Es wird etwas Neues und Angenehmes entstehen, aufblühen, und alle werden es riechen.
Wenn man uns als Kirche, als Christen riechen könnte – als angenehmer Duft, das wäre schon was. Wenn Gottvertrauen waldig und erdig riecht, und Freude blumig und süß.
Ja, Israel wird blühen wie eine Lilie, und seine Wurzeln werden stark sein wie die Wurzeln der Bäume auf dem Libanon.
Gott verheißt, dass das Volk aufblühen wird, wenn sie ihm vertrauen. Ja mehr noch, dass sie auch Wurzeln schlagen. Beides ist wichtig. Die Menschen werden neue Wurzeln bei Gott schlagen und damit festen Halt bekommen. Der wald- und wasserreiche Libanon ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft.
Es kann nur etwas wachsen in meinem Leben, wenn ich festen Halt habe, weiß, worin ich verwurzelt bin.
GEBET:
Herr, wie ein Baum so sei vor dir mein Leben,
Herr, wie ein Baum so sei vor dir mein Gebet.
Gib mir Wurzeln, die in die Erde reichen, dass ich tief gründe in den alten Zeiten, verwurzelt im Glauben.
Gib mir Kraft zum festen Stamm zu wachsen, dass ich aufrecht an meinem Platz stehe und nicht wanke, auch wenn die Stürme toben.
Gib, dass ich dein Wirken in mir spüre und sich meine Sinne wie Äste nach oben erheben, dass ich wachse und reife.
Gib mir Zukunft und lass die Blätter grünen, nach strengen Wintern lass Hoffnung neu erblühen, und wenn es Zeit ist, lass mich Früchte tragen.
Herr, wie ein Baum so sei vor dir mein Leben,
Herr, wie ein Baum so sei vor dir mein Gebet.
 
5. Station: Sandsteinmauer
Was es bedeutet, fest verwurzelt zu sein, das sehen wir hier an der Trockenmauer: Wenig Wasser, wenig Nahrung, und doch wachsen die Pflanzens. In Israel war es damals wie heute warm und trocken. Die Menschen haben sich von den Pflanzen etwas abgeschaut. Wenn ich an der richtigen Stelle verwurzelt bin, dann kann ich leben.
Hosea und das Volk Gottes, vielleicht ein Stück weit wie im Kindergebet: Ich bin klein, mein Herz mach rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.
Gar nicht so weit weg davon das Kirchenlied (EG 389) „Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir; treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus.“
 
6. Station: Baumgruppe
BIBELTEXT:
Kehrt um zum Herrn! Ihr Israeliten, kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Denn durch eure Sünde habt ihr euch selbst ins Unglück gestürzt. Kommt zurück zum HERRN, sprecht mit ihm und sagt: »Vergib uns alle Schuld! Und nimm an, was wir dir bringen. Es ist das Beste, was wir geben können – kein Schlachtopfer, sondern unser Versprechen: Wir verlassen uns nicht mehr auf die Assyrer, wir setzen unser Vertrauen auch nicht auf Pferde und Reiter. Wir werden nie wieder das, was wir mit eigenen Händen gemacht haben, als unseren Gott verehren! Denn nur du hilfst den Menschen, die schutzlos und verwaist sind.« Dann wird der Herr sagen: »Ich will mein Volk von ihrer Untreue heilen! Von Herzen gern begegne ich ihnen wieder mit Liebe und bin nicht länger zornig auf sie. Ich gebe ihnen neues Leben, so wie der Tau die Blumen zum Blühen bringt. Ja, Israel wird blühen wie eine Lilie, und seine Wurzeln werden stark sein wie die Wurzeln der Bäume auf dem Libanon. Mein Volk wird wie ein prächtiger Ölbaum sein, dessen Zweige weit austreiben, wie eine duftende Zeder auf dem Libanon. Die Israeliten werden unter meinem Schutz leben, sie werden wieder Getreide anbauen. Ja, mein Volk wird aufblühen wie die berühmten Weinstöcke an den Hängen des Libanon. Ihr Israeliten, was habe ich mit den Götzen zu schaffen? Ich, der Herr, bin immer bei euch und antworte euch, wenn ihr mit mir redet. Ich bin wie ein prächtiger Wacholderstrauch; nur bei mir findet ihr reiche Frucht!«
 
SEGEN
So gehe Gott mit uns mit seinem Segen, in diesen Abend:
Sei gesegnet wie ein Baum!
Gott segne deine Wurzeln! Sie mögen dir festen Halt geben und guten Boden. Sie mögen dir die Kräfte der Tiefe verleihen und dir die Quellen des Lebens erschließen.
Gott segne deinen Stamm! Dass du selbst aufrecht stehst und andere sich an dir anlehnen können. Dass dich eine starke Rinde umgibt, die dich beschützt vor Angriffen von außen und du von innen heraus wächst, Jahr für Jahr.
Gott segne deine Äste und Zweige! Wärme, Licht und Sonne mögen dich durchdringen, dass du selber Wärme verbreitest und eine gute Atmosphäre um dich herum. Wind und Sturm sollen dir nichts anhaben, sondern dich anspornen und deine Lebendigkeit erhalten. Regen und Tau mögen dich erfrischen und reinigen und viele Früchte aus dir wachsen lassen.
So segne dich Gott, der Schöpfer allen Lebens.